Dienstag, 8. Juli 2014

Scalzi unter Planen

 

Nachdem die gegenüberliegende Kirche San Simeone Piccolo (oder, wie sie mit "bürgerlichem" Namen heißt "Chiesa dei Santi Simeone e Giuda") jahrelang unter Werbeplanen verschwunden war, wird nun die Chiesa di Santa Maria di Nazareth, vulgo "Scalzi", restauriert.
 
Die Kirche ist für Besichtigungen geöffnet:
Sonn- und feiertags: 07:30 - 11:50 und 16:00 - 18:40 Uhr,
werktags: 07:00 - 11:50 und 16:00 - 18:40 Uhr,
 
Gottesdienste finden statt:
Sonn- und feiertags: 08:00, 09:30, 11:00 und 18:00 Uhr,
werktags: 07:30, 08:30 und 18:00 Uhr.

 

Chiesa dei Scalzi, © 2014 by Gunther H.G. Geick
Chiesa di Santa Maria di Nazareth, vulgo "Scalzi"

 

Die von Baldassarre Longhena zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaute Kirche des Konvents der Unbeschuhte Karmeliten (Ordine dei Carmelitani Scalzi - daher der Beiname) ist, außer durch bedeutende Werken von Giambattista Tiepolo, durch zwei Ereignisse gekennzeichnet:
in ihr ist der 1802 gestorbene letzte Doge der Republik Venedig, Ludovico Manin beigesetzt und
am 23. Mai 1915, dem Tag der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn wurde die Kirche von österreichischen Fliegerbomben schwer beschädigt. Dabei gingen Deckengemälde von Tiepolo unwiderruflich verloren.
Der Angriff hatte wohl dem Bahnhof und dem E-Werk gegolten, die in unmittelbarer Nähe der Kirche liegen.

 

Zu den Bombardements Venedigs gibt es noch eine bemerkenswerte Randnotiz: In den österreichischen Archiven hat sich der Brief samt Lageskizze eines österreichischen Unternehmers erhalten, in dem dieser das Kriegsministerium darum bittet, seine Baumwollmagazine zu verschonen. Die Bitte hatte Erfolg. In den Lagern ist heute der COOP-Supermarkt an der Fondamenta Santa Chiara untergebracht.

 

 

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