Samstag, 2. Februar 2013

Francesco Schettino und San Marco

 

In der letzten Woche berichtete die italienische Presse über das Berufungsverfahren des Kommandanten der vor Giglio havarierten "Costa Concordia", Francesco Schettino, gegen seine Entlassung. Herr Schettino möchte wieder Cruiser befehligen. Sein Anwalt argumentierte zu Schettinos Verteidigung auch, dass das sogenannte "inchino" (die Verbeugung oder Ehrenbezeugung, gemeint ist die nahe Vorbeifahrt an bestimmten Orten) ein etabliertes Verfahren wäre. "La Nuova di Venezia" zitiert den Anwalt D’Orazio mit den Worten "è una procedura consolidata. Mi fa specie che adesso si dica che nessuno sapeva" - "es ist eine etablierte Prozedur. Ich bin Überrascht, dass man jetzt sagt, dass niemand davon wusste" und weiter "Lo fanno tutti. Anche a Venezia le navi passano a pochi metri da piazza San Marco" - "Jeder macht es. Auch in Venedig passieren die Schiffe den Markusplatz nur in wenigen Metern Entfernung".

Die "Splendour of the Seas" beim Auslaufen aus Venedig (Photo by Gunther H.G, Geick)
Die "Splendour of the Seas" beim Auslaufen aus Venedig

Nun, Herr D'Orazio, das letzte stimmt wohl. Aber es gibt doch einige Unterschiede zwischen Giglio und Venedig.

  1. In Venedig müssen die großen Kreuzfahrtschiffe (noch) durch das Markusbecken und den engen Canale di Giudecca, wenn sie zur Stazione Marittima fahren oder die Lagune wieder verlassen.

  2. In der Lagune werden die großen Schiffe beim Ein- und Auslaufen von Schleppern assistiert.

  3. Und meines Wissens hat bis jetzt niemand Klippen in der Lagune entdeckt.

Die "Costa Favolosa" beim Auslaufen aus Venedig (Photo by Gunther H.G, Geick)
Die "Costa Favolosa" im Bacino di San Marco:
Zum Glück gibt es keine Klippen in Venedig!

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